Die Rauhnächte – Ursprung, Bedeutung und das alte Wunschritual
Die Rauhnächte sind keine moderne Erfindung und auch kein romantischer Brauch aus der Neuzeit. Ihr Ursprung liegt im alten mitteleuropäischen Kalenderwissen, lange vor dem Christentum.
Sie entstanden aus einer einfachen Tatsache:
Das Sonnenjahr zählt 365 Tage, das Mondjahr jedoch nur 354.
Die zwölf fehlenden Tage galten als eine besondere Zeit außerhalb der normalen Ordnung – eine Schwellenzeit zwischen den Jahren.
Diese zwölf Nächte wurden als zeitlos angesehen. Man glaubte, dass in ihnen die Grenze zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt dünner sei. Alte Orakelpraktiken, Schutzrituale, Räucherungen und bewusste Rückschau auf das vergangene Jahr waren fester Bestandteil dieser Phase.
Die zwölf Rauhnächte
Traditionell beginnen die Rauhnächte in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember und enden mit der Nacht vom 5. auf den 6. Januar.
Jede Rauhnacht steht symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres. Was in dieser Nacht gedacht, geträumt oder innerlich bewegt wird, galt als Hinweis auf die Qualität des jeweiligen Monats.
Wichtig:
Die Rauhnächte waren ursprünglich keine Wunschkonzerte, sondern Zeiten der Beobachtung, Reinigung und Ausrichtung.
Das alte Ritual der 13 Wünsche
Das Ritual mit den 13 Wünschen ist eine spätere, aber stimmige Weiterentwicklung dieses Wissens – und folgt einer klaren inneren Logik.
Der Ablauf
- Du formulierst 13 klare Wünsche für das kommende Jahr.
- Jeder Wunsch wird einzeln auf einen Zettel geschrieben.
- Die Zettel werden zusammengefaltet und in einen Beutel oder eine Box gelegt.
- Ab der ersten Rauhnacht wird in jeder Nacht ein Zettel gezogen und verbrannt, ohne ihn zu lesen.
Das Verbrennen steht symbolisch für das Loslassen von Kontrolle. Der Wunsch wird nicht zerdenkt, nicht geplant, nicht erzwungen – er wird dem Leben übergeben.
Nach der zwölften Rauhnacht bleibt ein Zettel übrig.
Der 13. Wunsch – deine Verantwortung
Der letzte Wunsch wird nicht verbrannt.
Er steht für das, was nicht „vom Schicksal“ erledigt wird, sondern dein eigenes Handeln erfordert.
Die Botschaft dahinter ist eindeutig und alt:
Nicht alles wird dir gegeben.
Ein Teil deines Lebens liegt immer in deiner Verantwortung.
Dieser Wunsch wird gelesen – und bewusst im neuen Jahr umgesetzt.
Der eigentliche Kern der Rauhnächte
Die Rauhnächte waren nie dafür gedacht, passiv auf Wunder zu warten.
Ihr ursprünglicher Sinn liegt in drei Dingen:
- Rückschau – Was darf enden?
- Reinigung – Was gehört nicht mehr zu dir?
- Ausrichtung – Wofür gehst du bewusst los?
Wer die Rauhnächte ernsthaft begeht, nutzt sie nicht, um sich etwas „zu wünschen“, sondern um klarer, wacher und verantwortlicher ins neue Jahr zu gehen.
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